YouTube News im März: Studio Beta wird dank neuer Features immer besser

Der März ist vorbei – Zeit, dass wir euch ein Update geben, was in den vergangenen 31 Tagen auf YouTube alles geschehen ist. Zusätzlich präsentieren wir euch wie üblich auch noch einen interessanten Tipp und alle wichtigen Informationen zur beschlossenen EU-Urheberrechtsreform inklusive des strittigen Artikel 13.

YouTube-Neuerungen: Neue Features für die Studio Beta

Im Februar veröffentlichte YouTube noch ein neues Strike-System, den März ging man dafür deutlich ruhiger an. Zwar gab es nicht gerade wenige Neuerungen, diese waren allerdings eher kleinerer Natur. Dennoch solltet ihr als YouTuber oder YouTube-Interessierte über folgende Neuigkeiten Bescheid wissen.

2019 wird YouTube das Creator Studio einstellen – an seine Stelle soll die aktuelle YouTube Studio Beta treten. In Hinblick auf die immer näherkommende Umstellung wurde die Beta im März daher um einige neue Features aufgerüstet:

  • In der Detail-Ansicht eines Videos wird ab sofort der ursprüngliche Dateiname angezeigt. Außerdem ist hier nun ein Video-Player vorhanden.
  • Endlich lassen sich die Tags eines YouTube-Videos kopieren. Das ist beispielsweise praktisch, falls man einen Teil davon bei einem weiteren Video verwenden möchte.
  • Das lässt sich aber auch noch einfacher regeln. Denn ab sofort lassen sich auch in der Studio Beta Standardeinstellungen hinterlegen, die auf jedes hochgeladene Video angewandt werden.

Abgesehen davon wurden seitens YouTube auch noch weitere Anpassungen vorgenommen, die primär für Creator interessant sind:

  • Veröffentlicht ihr Videos gelegentlich als Premiere, solltet ihr diese zukünftig mindestens 60 Minuten im Voraus planen. Andernfalls werden eure Abonnenten nicht vollumfänglich über die anstehende Premiere informiert, was euch wichtige Views kosten könnte.
  • Verwendet ihr auf eurem YouTube-Kanal das Merch Shelf, um euren Merchandise zu verkaufen, könnt ihr darin nun mehr Artikel platzieren. Bis zu 12 verschiedene Produkte finden ab sofort darin Platz.
  • Neu sind zudem einige AR-Filter, mit denen ihr eure YouTube Stories aufhübschen könnt. Ähnlich wie bei Snapchat und Co. könnt ihr euch mit den Filtern beispielsweise eine Sonnenbrille aufsetzen.
  • Vergangenen Monat startete YouTube Premium in 14 neuen Ländern – darunter auch Indien. Sollte ein größerer Anteil eurer Zuschauer nicht aus Deutschland stammen, könnt ihr daher mit etwas Glück einen Anstieg eurer Einnahmen beobachten. Wichtig dafür ist, dass ihr unter den internationalen Zuschauern eine hohe Watchtime generiert, da diese grundlegend für die Berechnung der an euch ausgezahlten Summe ist.

Zu guter Letzt gab es dann auch noch einige Neuerungen bei YouTube, die auch dem durchschnittlichen Konsumenten auffallen dürften:

  • Dass die YouTube Originals noch 2019 vom Premium-Angebot entkoppelt und frei verfügbar werden sollen, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Infolgedessen wurden nun allerdings einige Top-Serien wie „Origin“ und „Overthinking with Kate & June“ eingestellt. Anfangs als Ende der YouTube Originals interpretiert, entpuppte sich der Schritt letztendlich aber nur als Kürzung des Programms. Auch zukünftig soll es neue Exklusiv-Serien bei YouTube geben – vermutlich aber in einem geringeren Umfang.
  • Anfang des Monats kündigte YouTube ein neues Fact Check-Panel an. Bei Suchbegriffen zu kontroversen Themen (insbesondere Fake News) wird über den Suchergebnissen ein Fact Check eingeblendet, der über die tatsächliche Wahrheit informieren soll. Im Kampf gegen Fake News wurde bereits zuvor die Verbreitung von Videos zu kontroversen Themen über den YouTube-Algorithmus gestoppt.
  • Das seit Februar 2019 erprobte Stories-Shelf im Sub-Feed der mobilen Apps kam so gut an, dass es seit Mitte März an alle Nutzer ausgerollt wird. Sie bekommen dann zwischen den Videos ihrer Abonnenten einen separaten Bereich zu sehen, in dem die Stories all ihrer abonnierten Kanäle angezeigt werden.
  • Zu guter Letzt hat die Android-App von YouTube eine neue Schriftart erhalten. Sie besitzt einen geringeren Zeichenabstand, ist dafür aber fett gedruckt. Dennoch kann auf demselben Platz nun mehr Text angezeigt werden. Praktisch ist das bei langen Videotiteln, von denen nun ein größerer Anteil zu sehen sein dürfte.

Tipps & Tricks: Neue Zuschauer mit langen Videos erreichen

Möchte man einen YouTube-Kanal zum Erfolg führen, kommt man nicht darum herum, die Videos für den YouTube-Algorithmus zu optimieren. Das umfasst sowohl klassische SEO-Themen wie einen passenden Titel, Tags etc., aber auch inhaltliche Aspekte der Videos.

Im März schauten wir uns daher näher an, wie sich die Länge eines Videos auf dessen Performance auswirkt. Wir konnten beobachten, dass lange Videos über den YouTube-Algorithmus vor allem an neue Zuschauer ausgespielt werden. Sie helfen somit dabei, neue Abonnenten zu generieren und das Kanalwachstum anzutreiben.

Wie ihr diese Erkenntnis bei eurem YouTube-Kanal berücksichtigen solltet, könnt ihr ausführlich in folgendem Artikel nachlesen. Kwink Kurze erklärt darin anhand einer Fallstudie aus unserer täglichen Arbeit, wie die optimale Content-Strategie aussieht.

YouTube: Wieso lange Videos mehr neue Abonnenten bringen

EU-Urheberrechtsreform inklusive Artikel 13 beschlossen

Die EU-Urheberrechtsreform und der darin enthaltene Artikel 13 begleiten uns bereits seit vielen Monaten. Erstmals berichteten wir im November darüber und klärten in einem Artikel darüber auf, welche Folgen ein Beschluss der Reform haben könnte.

Nun ist genau dieser Fall eingetreten. Am 26. März 2019 nahm das Europäische Parlament die Urheberrechts-Richtlinie mit 348 zu 274 Stimmen an. Die zahlreichen im Vorhinein veranstalteten Proteste und eine Petition mit über 5 Millionen Unterzeichnern konnten nichts daran bewegen, dass auch viele deutsche EU-Abgeordnete dafür stimmten.

Nun deuten also alle Zeichen darauf hin, dass die EU-Urheberrechtsreform inklusive des Artikel 13 in absehbarer Zeit in nationales Recht gegossen werden muss. Zur Folge hätte das dann unter anderem vermutlich besagte Upload-Filter, gegen die sich ein großer Teil der Kritik richtete. Weitere Konsequenzen umfassen beispielsweise den Urheberrechtsschutz kleinster Textausschnitte („Leistungsschutzrecht“ – Artikel 11) und die Wiedereinführung der Verlagsbeteiligung in Artikel 12.

Dennoch existiert aktuell noch eine kleine Hoffnung. Am 15. April wird der Rat der Europäischen Union über die EU-Urheberrechtsreform beraten. Sollte der Ausschuss, in dem alle 28 Mitgliedstaaten vertreten sind, den Entwurf ablehnen oder keinen Beschluss fassen, könnte das Ganze noch gestoppt werden. Um die dafür notwendige Sperrminorität zu erreichen, müsste allerdings vermutlich auch Deutschland gegen den Entwurf stimmen, was zum aktuellen Zeitpunkt als eher unwahrscheinlich gilt. Eine Diskussion zum Abstimmungsverhalten von Deutschland soll planmäßig ab 4. April im Bundestag stattfinden.

Zusammengefasst stehen die Chancen schlecht, dass die EU-Urheberrechtsreform bzw. die besonders kritischen Artikel 11-13 noch verhindert werden können. Letzte Hoffnung ruht auf dem Rat der Europäischen Union, in dem insbesondere Deutschland eine wichtige Rolle zukommt. Zwar können wir das Abstimmungsverhalten unseres Landes nicht beeinflussen, dennoch kann es nicht schaden, den öffentlichen Druck und Unmut weiter aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck werden bis zur Abstimmung weitere Demonstrationen unter dem Hashtag #SafeYourInternet stattfinden, die ihr hier einsehen könnt.

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