Das Ende der Annotations – Tubesights Round Up: YouTube- und Influencer-Marketing-News (Dezember 2018)

Nachdem wir erst kürzlich unseren Jahresrückblick auf 2018 veröffentlicht haben, folgt nun auch noch unser monatliches Round Up zum Dezember 2018. Wir haben für euch wieder einmal alle Neuigkeiten zu den Themen YouTube und Influencer-Marketing zusammengefasst!

Die YouTube-Neuerungen im Überblick

Man könnte meinen, dass im Dezember auch bei YouTube etwas Ruhe einkehrt. Ein Blick auf die zahlreichen Neuerungen verrät uns allerdings, dass dem wohl nicht so ist. Zwar gab es im letzten Monat keine riesige Ankündigung, dennoch wurde viel an der Plattform verändert:

  • Gute Nachricht für alle, die gerne auf YouTube Livestreamen: Endlich sind die DVR-Funktionen (Pausieren und Spulen) auch bei aktiviertem Ultra Low Latency-Modus verfügbar. Nun kann man die Option aktivieren, ohne dass die Zuschauer auf dieses sehr beliebte Feature verzichten müssen.
  • YouTube stellt im Januar 2019 die bisherigen CTA-Overlays ein. Unternehmen, die auch zuküfntig Call-to-Actions verwenden möchten, müssen dann auf die neue CTA Extension zurückgreifen. Sie kann in TrueView In-Stream Ads, Bumper Ads sowie TrueView Video Discovery Ads eingebunden werden und schaut deutlich hübscher aus.
  • Content ID-Ansprüche werden in der YouTube Studio Beta ab sofort deutlich übersichtlicher dargestellt. YouTube möchte damit die Verständlichkeit der Claims verbessern. Zu sehen ist nun beispielsweise, welcher Teil des Videos betroffen ist und welche Konsequenzen der Claim für einen hat.
  • Das „Autoplay on Home“-Feature war bislang ausschließlich für Abonnenten von YouTube Premium verfügbar. Nun wurde die kurze Bewegtbildvorschau für Videos in den mobilen Apps allerdings auch für sämtliche „normale“ YouTube-Nutzer freigeschaltet. Gefällt euch das nicht, könnt ihr das Feature in den Einstellungen deaktivieren.
  • YouTube hat eine weitere Geschwindigkeit hinzugefügt, in der Videos ab sofort abgespielt werden können. Sowohl in der App als auch am Desktop ist die Wiedergabe bei 1,75-facher Geschwindigkeit für alle verfügbar.
  • Die YouTube Stories sind ab sofort für alle YouTube-Kanäle ab 10.000 Abonnenten verfügbar.
  • Und auch der Community Tab wurde weiter ausgerollt. YouTube zufolge kann er nun von „beinahe allen“ YouTube-Kanälen verwendet werden.
  • Außerdem wurde erweitert, welche Arten von Inhalten im Community Tab gepostet werden können. Ab sofort ist das Ganze auch mit Playlists möglich.
  • Community Posts sind zu guter Letzt ab sofort endlich auch am Desktop sichtbar. Erst einmal nur auf der Home-Seite, vermutlich werden sie in Zukunft aber auch im Abo-Feed zu sehen sein.

Und auch hinsichtlich der Experimente wurden einige Updates seitens YouTube veröffentlicht. Folgende Funktionen werden momentan mit kleinen Nutzergruppen ausgetestet und könnten zukünftig für alle erscheinen:

  • Einige YouTube-Nutzer können seit Dezember Einfluss darauf nehmen, welche Videos über die Autoplay-Funktion wiedergegeben werden. Hierfür sehen sie über den Video-Vorschlägen mehrere Tabs, über die die Auswahl getroffen werden kann. Mögliche Filter sind beispielsweise Videos zum im Video zu sehenden Videospiel oder ausschließlich Videos des YouTubers, von dem das gerade abgespielte Video stammt.
  • Im Rahmen eines Experiments erhalten 5% der YouTube-Kanäle in der YouTube Studio Beta die Möglichkeit, die Performance eines einzelnen Videos mit der Performance mehrerer Videos einer Gruppe zu vergleichen.

Tipps & Tricks: Das Aus der Annotations steht bevor

Das Ende der YouTube Annotations steht bevor. Nachdem Mitte 2017 schon der Editor offline genommen wurde, werden am 15. Januar alle Anmerkungen aus sämtlichen Videos entfernt. Damit ihr bestens vorbereitet seid, gibt es an dieser Stelle einige Hinweise von uns, was nun zu tun ist.

Vor einigen Jahren wurden die Annotations auf YouTube für vielerlei Zwecke verwendet. In Form einer Endcard linkten sie auf weitere interessante Videos oder dienten beispielsweise dazu, um Versprecher im Nachhinein zu korrigieren. Mit der Zeit wurden sie jedoch durch ausgereiftere, spezialisierte Funktionen ersetzt. So unterstützt YouTube bereits seit 2016 native Endcards und 2015 kamen bereits die flexiblen Infocards dazu. Zudem wurden die Annotations stets nur am Desktop unterstützt, sodass ihr Ende bei steigenden Anteilen mobiler Zuschauer eigentlich bereits vorprogrammiert war.

Nun, da das Ende bevorsteht, solltet ihr zumindest die erfolgreichen eurer alten Videos auf die neuen YouTube-Features umstellen. Denn sobald die Annotations am 15. Januar entfernt werden, bekommen eure Zuschauer bei diesen Videos keinerlei Endcards oder Videoempfehlungen zu sehen, die ihr bislang als Anmerkung eingebunden hattet. Das wirkt sich dann potenziell negativ auf eure Watchtime aus und kann das Ranking der Videos durch den YouTube-Algorithmus verschlechtern.

Sobald ihr euch im Klaren seid, bei welchen Videos ihr Änderungen vornehmen müsst, könnt ihr die Annotations nach folgendem Schema ersetzen:

  • Endcards: Habt ihr am Videoende Annotations eingebunden, um die Zuschauer auf weitere eurer Videos weiterzuleiten, könnt ihr das ganz einfach mit den nativen End Screens von YouTube nachbauen. Überlegt euch dabei jedoch, ob ihr die Videoempfehlungen eventuell überarbeiten möchtet. Vielleicht habt ihr kürzlich erst ein thematisch passendes Video veröffentlicht, dass für die Zuschauer des alten interessant sein könnte?
  • Videovorschläge: Einfache Videovorschläge während der Spieldauer eines Videos lassen sich ideal über eine Infocard abbilden. Diese kann zukünftig dann auch von mobilen Zuschauern verwendet werden.
  • Links zu Webseiten: Annotations mit einem Link zu einer externen Webseite können ebenfalls durch eine einfache Infokarte ersetzt werden. Beachtet dabei jedoch, dass ihr dafür am YouTube-Partnerprogramm teilnehmen und die Webseite vorher mit eurem YouTube-Account verknüpfen müsst.
  • Texteinblendungen: Am schwierigsten gestaltet es sich, Texteinbledungen zu ersetzen, die früher beispielsweise verwendet wurden, um nachträglich Korrekturen in ein Video einzufügen. Die beste Lösung wäre in einem solchen Fall, dass ihr einen Kommentar unter dem Video verfasst und diesen dann anpinnt. Zusätzlich könnt ihr die Richtigstellung aus der Annotation auch noch im oberen Bereich der Videobeschreibung hinzufügen, um die Chancen zu erhöhen, dass sie von den Zuschauern gesehen wird. Zu guter Letzt könnt ihr einen kurzen Hinweis mit der Korrektur auch in das Feld für die Frage einer Infocard-Umfrage verpacken.

Da der 15. Januar näherrückt, solltet ihr auf jeden Fall nicht mehr viel Zeit verlieren und euch bald mit den Annotations eurer alten Videos befassen. Vergesst es nicht, denn bekanntlich können auch alte Videos auf YouTube mit der richtigen Pflege noch hohe Klickzahlen verzeichnen.

YouTube-Kampagne des Monats

Im Dezember 2018 startete der Discounter Aldi Süd seine eigene YouTube-Serie mit dem Titel „ALDIlicious – Die große Kochchallenge“. In diesem neuen Format treten stets zwei YouTuber in einem Kochduell gegeneinander an. Den Auftakt machten nun Dagi Bee und Crispy Rob, die jeweils ein schnelles Weihnachtsessen zubereiteten.

Betrachtet man die Aufrufzahlen der beiden Videos, können sich die Erstlingswerke mit jeweils beinahe 1 Million Views durchaus sehen lassen. Zugleich sind die Interaktionsraten sehr hoch, da die Zuschauer per Kommentar über den Gewinner der Challenge abstimmen durften. Für sich entscheiden konnte sie Crispy Rob, der gemessen an den Videos auf seinem Kanal allerdings auch deutlich mehr Vorerfahrung mitbrachte.

Konzeptionell setzt Aldi Süd mit der YouTube-Serie ALDIlicious auf einen klaren, offensichtlichen Markenbezug, der über das Video hinweg auch durch das dauerhaft eingeblendete Logo des Discounters erkennbar bleibt. Das passt auch gut zur Platzierung auf dem offiziellen Unternehmenschannel, der seit dem Upload der Videos seine Abonnentenzahl auf 13.000 steigern und damit beinahe verdoppeln konnte.

Sollte Aldi Süd die ALDIlicious-Serie zukünftig weiterführen wollen, wäre die Platzierung auf dem eigenen YouTube-Kanal aber eventuell ratsam. Auf diese Weise dürfte es einfacher fallen, schnell eine treue Community aufzubauen, die dort Videos nach ihrem Geschmack erwartet. Die reinen (TV-)Werbespots, welche ansonsten auf dem Aldi Süd-Kanal zu finden sind, könnten zudem ansonsten vor allem die jüngere Zielgruppe von einem Abonnement abhalten.

Abgesehen von dieser Entscheidung, die für einen Piloten als Testlauf durchaus verständlich ist, wirkt das Konzept von ALDIlicious bereits sehr rund und scheint auch gut bei der Zielgruppe anzukommen.

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