Mit Podcasts zum Erfolg – die neue Strategie für YouTuber?

Podcasts liegen nun schon seit einigen Jahren im Trend. Auch immer mehr YouTuber veröffentlichen neben ihren Videos regelmäßig eigene Podcast-Episoden und bieten ihren Fans damit zusätzliche Unterhaltung. Wir erklären in diesem Artikel den Hype und zeigen euch, weshalb es sich auch für euch lohnen könnte, als YouTuber einen eigenen Podcast zu starten.

Podcasts: Vom Nischen – zum Massenmedium

Obwohl die ersten Podcasts bereits Anfang der 2000er veröffentlicht wurden, dauerte es ungefähr zehn Jahre, bis sie auch in Deutschland eine gewisse Verbreitung erfuhren. Zum wirklichen Massenphänomen wurden Podcasts hierzulande aber erst im Laufe der vergangenen Jahre. Mitverantwortlich waren dafür beispielsweise Jan Böhmermann und Oli Schulz, die mit ihrer Sendung „Sanft & Sorgfältig“ sowohl im Radio als auch in Podcast-Form über das Internet bereits früh eine große Masse erreichten. 2017 sprangen dann zahlreiche Medienmarken auf den Podcast-Zug auf und auch viele YouTuber haben seit Kurzem nun eigene Podcasts am Start.

Quelle: Statista

Gemeinsam mit dem Angebot stieg mit der Zeit auch die Nachfrage an. Wurden Podcasts vor zwei Jahren noch von ca. 14 Prozent der Deutschen konsumiert, liegt dieser Wert je nach Studie 2018 bereits zwischen 22 und 31 Prozent. Besonders beliebt ist das „neue“ Medium in den Zielgruppen der 14- bis 29-Jährigen und der 30 bis 49-Jährigen – rund jeder Dritte konsumiert hier regelmäßig Podcasts.

Zum Einsatz kommen Podcasts ebenso wie Musik vor allem als begleitende Unterhaltung während anderer Tätigkeiten. Arbeiten im Haushalt oder der Weg zur Schule, Universität oder Arbeit werden gleich viel interessanter, wenn man nebenbei einem interessanten Podcast lauscht. Wo man früher vielleicht noch Radio hörte, gibt es nun die Musik vom Streaming-Dienst oder eben einen Podcast auf die Ohren – und das durchschnittlich 30 Minuten pro Woche.

Das sind die Top-Podcasts in Deutschland

Am beliebtesten sind unter den deutschen Podcast-Hörern solche, die die Themen Nachrichten und Politik behandeln (43 Prozent). Doch auch Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Rund 34 Prozent der deutschen Podcast-Konsumenten lassen sich gerne von jenen der Kategorie Comedy unterhalten. Ebenfalls beliebt sind die Bereiche Film und Fernsehen (41 Prozent) und Sport und Freizeit (30 Prozent).

Die Podcast-Charts des Apple-Dienstes iTunes zeigen zudem, dass Wissens-Podcasts momentan hoch im Kurs stehen. So finden sich unter den Top 10 gleich mehrere Episoden von Zeit Online und Deutschlandfunk (Nova), die primär einen bildenden Auftrag verfolgen. Lässt man allerdings die Podcasts der großen Medienmarken außen vor, ergibt sich für Deutschland momentan folgende Bestenliste.

Top 10 Podcasts in Deutschland

  1. Happy, holy & confident. Dein Podcast fürs Herz und den Verstand von Laura Malina Seiler
  2. Alle Wege führen nach Ruhm von Joko Winterscheidt und Paul Ripke
  3. Gagreflex Podcast von Andreas Lingsch & Lars Paulsen
  4. Lage der Nation – der Politik-Podcast aus Berlin von Philip Banse und Ulf Buermeyer
  5. Gemischtes Hack von Felix Lobrecht und Tommi Schmitt
  6. Endlich Om von Stefanie Luxat
  7. Generation WHY von Nilam Farooq
  8. Der Gehaltsbooster-Podcast von Burak Kalman
  9. Die Kunst, dein Ding zu machen von Christian Bischoff
  10. Besser als Sex von Ines Anioli und Leila Lowfire

Hier zeigt sich bereits, dass die beliebtesten Podcasts der Deutschen prominente Hosts besitzen. Dabei ist der Ursprung ihrer Prominenz doch recht divers: Neben Moderatoren, Schauspielern und Comedians finden sich auch Blogger unter den Hosts der Top-Podcasts in Deutschland.

Zwar konzentriert sich Nilam Farooq heutzutage primär auf ihre Schauspielkarriere, bekannt wurde die Stimme hinter dem auf Rang 7 platzierten Podcast Generation WHY einst aber durch YouTube. Auch viele weitere YouTuber haben heute eigene Podcasts am Start, die sich in Deutschland hinsichtlich ihrer Beliebtheit momentan folgendermaßen auflisten lassen.

Top 10 YouTuber-Podcasts in Deutschland

  1. Generation WHY von Nilam Farooq
  2. a mindful mess von dariadaria
  3. Erwachsenwerden von Diana zur Löwen
  4. Sprechstunden von LeFloid und Der Olli
  5. Sprachnachrichten von Jacko von Jacko Wusch
  6. Lästerschwestern Podcast von BeHaind und RobBubble
  7. Die EHFAR-Theorie von Luísa Lión
  8. Flow von Andrea Morgenstern
  9. Jung & Naiv von Tilo Jung
  10. Lukast von Lukas Rieger und Tobi Lee

Interessant ist bei der Liste der Top 10 YouTuber-Podcasts in Deutschland vor allem, dass das Ranking der einzelnen Podcasts nicht unbedingt mit der (YouTube-)Reichweite ihrer Hosts korreliert. Schafft man es, die eigene Community von seinem Podcast zu begeistern, kann man ein hohes iTunes-Ranking erreichen, selbst wenn man nicht zu den Top-YouTubern Deutschlands zählt.

Diese Vorteile bringt euch ein Podcast

Kommen wir nun aber zur wichtigsten Frage: Was bringt einem als YouTuber der eigene Podcast und lohnt sich ein solcher wirklich?

Podcasts als Community-Service

Mit einem eigenen Podcast lassen sich vor allem zwei Vorteile realisieren. So kann ein eigener Podcast natürlich als Community-Service verstanden werden. Zusätzlich zu den eigenen Videos bietet ihr euren Fans damit weitere Inhalte von euch, die zu ihrer Unterhaltung oder gar Bildung beitragen können. Zudem bieten Podcasts das Potential, persönlichere Themen anzusprechen und auch auf diese Weise die Community noch stärker an einen zu binden. Letztendlich kann sich das dann wieder positiv auf den YouTube-Kanal auswirken. Beispielsweise indem Abonnenten häufiger und vermutlich auch länger eure Videos ansehen.

Mehr Reichweite durch eigenen Podcast

Zudem ist es möglich mit Podcasts die eigene Reichweite zu steigern und vielleicht auch neue Zuschauer für den eigenen YouTube-Kanal zu gewinnen. Neue Zuhörer, die zuvor nicht Teil der eigenen Community waren, werden zum Beispiel über die iTunes-Charts auf euren Podcast aufmerksam und verfolgen euch dann bei Gefallen vielleicht auch zukünftig auf YouTube.

Da eine Top-Platzierung in den iTunes-Charts aber schwierig zu ergattern ist, lässt sich dieses Ziel auch noch auf eine andere Weise erreichen. Obwohl natürlich auch Solo-Podcasts möglich sind, haben solche mit mehreren Hosts den Vorteil, dass sie durch die Interaktion meist etwas spannender wirken. Tut ihr euch mit anderen YouTubern für einen Podcast zusammen, werden auf diese Weise zudem auch deren Communities auf euch aufmerksam. Was auf YouTube bereits seit Langem als Cross-Promotion gang und gäbe ist, funktioniert natürlich auch bei Podcasts!

Zu guter Letzt bieten euch Podcasts noch zwei weitere Vorteile, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Wie ein Zweit-Kanal auf YouTube kann auch ein eigener Podcast als Spielwiese verstanden werden, auf der man sich kreativ austoben kann, ohne sich unbedingt am Thema des eigenen Haupt-Kanals orientieren zu müssen. Des Weiteren können Podcasts langfristig natürlich auch als Einnahmequelle erschlossen werden. Eine Finanzierung gelingt hier entweder durch kurze Werbeeinspieler oder aber über Plattformen wie Patreon. Hier sei jedoch gesagt, dass die Podcast-Vermarktung momentan noch in den Kinderschuhen steckt und nicht so einfach wie bei YouTube gelingt. Vor allem zu Beginn werden die Einnahmen daher vermutlich deutlich geringer als die eures YouTube-Kanals ausfallen. Schafft ihr es jedoch den eigenen Podcast langfristig zu professionalisieren, kann dieser einen Teil zu eurem Finanzierungsmix beitragen

Fazit: Wann lohnt sich ein Podcast für YouTuber?

Viele YouTuber haben es bereits vorgemacht und erfolgreich einen eigenen Podcast gestartet. Zusätzlich zu den eigenen Videos produzieren sie meist wöchentlich eine neue Episode, mit der sie eine Vielzahl an Zuhörern erreichen. Doch sollte nun wirklich jeder YouTuber diesen Weg einschlagen?

Unbestritten ist, dass mit einem eigenen Podcast viele Vorteile einhergehen können und der Markt dafür weiterhin wächst. Dennoch ist ein Podcast mitnichten für jeden YouTube-Kanal geeignet. Um erfolgreich einen eigenen solchen zu starten, sind nämlich folgende 3 Dinge erforderlich:

  • Lust auf das Thema Podcasting
  • ein Konzept für den Podcast
  • eine interessierte (und ausreichend große) Community

YouTuber, die sich dazu entschließen, einen eigenen Podcast zu starten, sollten diesen Weg vor allem aus eigenem Interesse wählen. Vor allem zu Beginn wird der Aufwand vermutlich noch nicht in angemessener Relation zum Nutzen stehen, sodass Spaß am Podcasting unerlässlich ist. Ist dieser neben einem passenden Podcast-Konzept für eure Community vorhanden, solltet ihr euch einen Ruck geben und das Ganze zumindest einmal ausprobieren!

Quellen: Splendid Research, Statista

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