Babyboom auf YouTube – Chance für eine ganze Branche?

Immer mehr bekannte YouTuber haben bereits eigenen Nachwuchs zur Welt gebracht oder sind gerade schwanger. Deutschlands bekannteste Beauty-YouTuberin BibisBeautyPalace ist da nur ein Beispiel unter vielen. In diesem Artikel erklären wir, weshalb es sich beim Baby-Trend auf YouTube um eine Chance für eine gesamte Branche handelt.

Einst jugendlich, sind die YouTube-Stars vergangener Tage mit der Zeit erwachsen geworden. Einige haben aufgehört Videos zu produzieren, viele sind aber immer noch dabei und können eine große Zuschauerschaft vorweisen.

Dabei machten einige YouTube-Kanäle mit der Zeit einen großen Wandel durch. Häufiger Grund dafür: Eine Schwangerschaft. Viele bekannte YouTuberinnen sind heutzutage bereits in ihren Mittzwanzigern. Kein Wunder also, dass das Thema Familienplanung auch an ihnen nicht vorbei geht. Die größten Familienkanäle in Deutschland haben wir für euch in unserem neuen Ranking nach Abos und Views analysiert.

Schwangerschaftsvideos erzielen hohe Reichweiten

Doch ist es überhaupt eine gute Idee, die eigene Schwangerschaft auf YouTube zu thematisieren? Ein Blick in die Statistiken zeigt: Sehr wohl! Durch die Bank weg weisen Videos der großen YouTube-Kanäle rund um die Schwangerschaft und das eigene Baby sehr hohe Zuschauerzahlen auf. Beispielsweise wurde die Morgenroutine der YouTuberin Julita über 3 Millionen Mal aufgerufen – obwohl sie nur ca. 220.000 Abonnenten besitzt.

Die Abonnenten der YouTube-Kanäle zeigen unabhängig davon, ob sie bereits ein eigenes Kind besitzen oder in Betracht ziehen, selbst Eltern zu werden, hohes Interesse an den Themen. Schließlich vermitteln die Videos doch eine gewisse Nähe zum eigenen Idol, da sie sehr viele private Inhalte enthalten. Zudem werden durch die Suche oder Video-Empfehlungen auch andere werdende Mütter auf die Videos aufmerksam, die mehr am Thema als der Person interessiert sind. In Videos rund um die Namensfindung, die Einrichtung des Babyzimmers oder den allgemeinen Verlauf der Schwangerschaft geben die YouTuberinnen schließlich wertvolle Tipps für Frauen, die sich gerade in derselben Lebenssituation befinden. So gut wie jede junge Mutter dürfte in ihrer Unsicherheit schon einmal auf YouTube nach einer Antwort gesucht haben – und dann auf ein solches Video gestoßen sein.

Influencer-Marketing für Baby-Produkte

Spannend können diese Videos auch für Unternehmen sein. Während Influencer-Marketing im Mode- oder Beauty-Bereich bereits von einer Vielzahl an Firmen praktiziert wird, müssen andere Branchen noch nachziehen. Die wachsende Anzahl schwangerer YouTuberinnen und solcher mit Babys eröffnet nun allen Unternehmen mit Bezug zum Thema Kleinkinder die Möglichkeit, in das Influencer-Marketing bei YouTube zu investieren.

Kooperationen sind hier in vielfältiger Art und Weise möglich. Zusammen mit einer jungen Mutter könnte ein Hersteller von Babynahrung beispielsweise ein Video rund um das Thema Ernährung drehen, in dem die YouTuberin die Produkte im Rahmen einer Produktplatzierung erwähnt. Kinder-Möbel ließen sich zudem in einer Roomtour platzieren und auch Werbung für (Klein-)Kindermode wäre in Kooperation mit den neuen YouTube-Müttern möglich.

Obwohl sich natürlich nicht alle Zuschauer der Schwangerschafts- bzw. Baby-Videos auf YouTube in der gezeigten Situation befinden und für Unternehmen zur engeren Zielgruppe zählen, können sich solche Kooperationen bei guter Ausgestaltung durchaus lohnen. Denn im Gegensatz zu TV-Werbung wirkt eine Produktplatzierung auf YouTube vielmehr wie eine Empfehlung einer guten Freundin, sodass sie unter (werdenden) Müttern eine viel größere Werbewirkung erzielen kann. Alle anderen Zuschauer, die sich noch nicht in dieser Lebenssituation befinden, kommen zudem in einem angenehmen Setting in Kontakt mit der Marke, wodurch nachhaltig ein positives Image derselben erzeugt wird. Dadurch steigen die Chancen, dass sie in der Zukunft, wenn sie selbst einmal Kinder haben, lieber zu den Produkten des Unternehmens greifen.

Mami-YouTuber zeigen, wie es geht

Dass Produktplatzierungen und Werbung in der Zielgruppe (werdender) Mütter erfolgversprechend ist, machen seit Jahren bereits diverse Mami-YouTuber vor. Bereits mehrfach arbeiteten einige dieser YouTube-Kanäle, deren Besitzerinnen mit Videos über die eigene Familie berühmt wurden, erfolgreich mit Unternehmen zusammen. Doch das Beispiel der YouTuberin Isabeau, die in Kooperation mit Volkswagen den VW Sharan und VW Touareg in ihren Videos testete, ist eher eine Ausnahme: Bislang trauten sich nur einige wenige große Marken an solche Kampagnen.

Dabei ist das Potential groß: Mit den beiden Videos erzielte Isabeau zusammen über 630.000 Aufrufe, was für ihren Kanal überdurchschnittlich gut ist. Auch die hohe Engagement-Rate von 5,15 Prozent und das starke Like-Dislike-Verhältnis von 40:1 zeigen, dass die Kampagne sehr gut bei ihren Zuschauern ankam.

Nun ist die neue Mütter-Generation an der Reihe

Nun bekommen die etablierten Mami-YouTuberinnen mit den Mütter-werdenden YouTube-Sternchen Konkurrenz. Für Unternehmen der passenden Branchen bedeutet das: Mehr Auswahl an möglichen Kooperationspartnern und eine potentiell größere Reichweite. BibisBeautyPalace, Anna Maria Damm, Paola Maria und viele mehr – die Schwangerschaften und Geburten vieler großer YouTuber sollten als Chance gesehen werden, ins Influencer-Marketing zu investieren. Bedenkt man dann noch das weiterhin ansteigende Interesse an Videos zu den Themen Schwangerschaft und Babys, ist das die perfekte Ausgangssituation, um mindestens erste Testläufe zu starten!

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